Gefahren durch Legionellen: Risiken und Krankheitsbilder
Legionellen können beim Menschen zwei sehr unterschiedliche Erkrankungen auslösen – von einem grippeähnlichen Unwohlsein bis zur lebensbedrohlichen Lungenentzündung. Das Tückische: Die Infektion verläuft anfangs oft unscheinbar.
Legionellose: Die gefährliche Lungenentzündung
Die Legionärskrankheit ist die schwere Form der Legionellose – eine atypische Pneumonie (Lungenentzündung). Symptome beginnen 2–10 Tage nach Infektion:
- Hohes Fieber (über 39 °C), Schüttelfrost
- Trockener Husten, Atemnot
- Starke Kopf- und Gliederschmerzen
- Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen in schweren Fällen
Ohne Behandlung kann die Legionärskrankheit tödlich verlaufen – die Sterblichkeitsrate liegt unbehandelt bei 10–15 %, bei immungeschwächten Patienten deutlich höher. Eine sofortige Antibiotikatherapie ist zwingend erforderlich.
Pontiac-Fieber: Die milde Form
Das Pontiac-Fieber ist die harmlosere Variante. Symptome ähneln einer starken Grippe: Fieber, Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit. Es heilt in der Regel binnen weniger Tage ohne Behandlung von selbst aus – wird aber oft nicht als Legionellen-Infektion erkannt.
Wer ist besonders gefährdet?
- Menschen über 60 Jahre
- Raucher (geschädigte Atemwege begünstigen Infektion)
- Chronisch Kranke (Diabetes, COPD, Herzerkrankungen)
- Immungeschwächte (HIV, Chemotherapie, Immunsuppressiva)
- Patienten in Krankenhäusern und Pflegeheimen
Wie häufig sind Legionellen-Erkrankungen?
In Deutschland werden jährlich 1.000–1.500 Fälle offiziell gemeldet – Experten schätzen die tatsächliche Zahl aufgrund von Unterdiagnosen auf das 3–10-fache. Die meisten Ausbrüche sind auf kontaminierte Warmwassersysteme in größeren Gebäuden zurückzuführen.
Wie schützt du dich?
Effektiver Schutz kombiniert mehrere Maßnahmen: Warmwasser dauerhaft über 60 °C halten, regelmäßige Untersuchungen gemäß Trinkwasserverordnung und – besonders wirkungsvoll – eine UV-Desinfektionsanlage, die Keime physikalisch abtötet, ohne Chemikalien zu verwenden.