Biofilm in Wasserleitungen: Brutstätte für Legionellen

Biofilm in Wasserleitungen: Brutstätte für Legionellen

Biofilm ist eine der Hauptursachen für Legionellenprobleme in Trinkwassersystemen. Unsichtbar für das bloße Auge bildet er sich in Rohrleitungen, Armaturen und Wasserspeichern – und bietet Legionellen idealen Schutz und Nahrung.

Was ist Biofilm?

Biofilm ist eine Gemeinschaft von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Algen), die sich an Oberflächen anheften und in eine selbstproduzierte Schutzschicht (extrazelluläre Matrix) einbetten. In Wasserleitungen entsteht er überall dort, wo Wasser steht oder langsam fließt – in Leitungsecken, Totsträngen, alten Rohren und Warmwasserspeichern.

Warum ist Biofilm so gefährlich für Legionellen?

Legionellen leben natürlicherweise in sehr geringen Konzentrationen im Wasser – harmlos. Im Biofilm können sie sich jedoch massiv vermehren, weil:

  • Nährstoffe aus dem Biofilm direkt verfügbar sind
  • Die Schutzmatrix Desinfektionsmittel (Chlor) abschirmt
  • Temperaturen im Biofilm stabiler und oft im Wachstumsbereich (25–50 °C) liegen
  • Amöben im Biofilm als „Wirtszellen“ für Legionellen dienen

Wie entsteht Biofilm?

Begünstigende Faktoren:

  • Stagnation: Selten genutztes Wasser (Totstränge, lange Leitungen)
  • Temperaturen 25–50 °C: Optimaler Wachstumsbereich
  • Alte Rohrmaterialien: Kupfer, Stahl und Kunststoff bieten unterschiedliche Haftflächen
  • Zu niedriger Chlorgehalt: Bei Leitungslängen über 10 m baut sich Restchlor ab

Wie kann Biofilm bekämpft werden?

  • Thermische Desinfektion: Erhitzen des Warmwassers auf über 70 °C und Durchspülen aller Entnahmestellen
  • UV-Desinfektion: Am Hauswasseranschluss verhindert sie Keimwachstum im gesamten System
  • Regelmäßige Spülung: Selten genutzte Entnahmestellen alle 3 Tage für mind. 3 Minuten durchspülen
  • Rohrsanierung: Bei starkem Biofilm-Befall alte Leitungen austauschen

Zur vorbeugenden Desinfektion: UV-Desinfektionsanlagen von Alfiltra

Weiterführende Quellen

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