Trinkwasser und Legionellen: Was du wissen musst
Trinkwasser in Deutschland gilt als eines der am besten kontrollierten Lebensmittel überhaupt. Und doch lauert eine unsichtbare Gefahr in vielen Hausinstallationen: Legionellen. Diese Bakterien gedeihen vor allem in stehendem, lauwarmem Wasser und können bei Inhalation zu schweren Lungenentzündungen führen. Was du über Legionellen im Trinkwasser wissen musst – und wie du dich schützt – erfährst du hier.
Wie gelangen Legionellen ins Trinkwasser?
Legionellen sind natürliche Bewohner von Gewässern. Ihr eigentliches Zuhause sind Seen, Flüsse und feuchte Böden. In kommunalen Wasserwerken werden sie durch Chlorung und UV-Desinfektion effektiv abgetötet. Das Problem beginnt erst nach dem Wasserzähler – also in deiner Hausinstallation.
Sobald das Wasser ins Gebäude eintritt und durch Rohre, Leitungen und Warmwasserbereiter fließt, kann die Bakterienbelastung wieder ansteigen. Besonders problematisch sind:
- Totleitungen – Rohrabschnitte, durch die kein oder kaum Wasser fließt
- Warmwasser zwischen 25 °C und 50 °C – ideale Wachstumstemperatur für Legionellen
- Biofilme – Ablagerungen in alten Rohren, die den Bakterien Schutz bieten
- Große Wasserspeicher – etwa in Mehrfamilienhäusern oder Hotels
Welche Grenzwerte gelten für Legionellen im Trinkwasser?
Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) legt klare Grenzwerte fest. Der technische Maßnahmenwert für Legionellen beträgt 100 KBE pro 100 Milliliter (koloniebildende Einheiten). Wird dieser Wert in einer Probe überschritten, müssen sofort Maßnahmen eingeleitet werden.
Wichtig zu wissen: Diese Pflicht gilt für Betreiber sogenannter Großanlagen zur Trinkwassererwärmung – also Systeme in Mehrfamilienhäusern, öffentlichen Gebäuden, Hotels, Krankenhäusern und Sportstätten. Private Einfamilienhäuser sind aktuell von der Untersuchungspflicht ausgenommen, sollten aber dennoch auf Legionellen achten.
Wie erkennst du eine mögliche Belastung?
Legionellen sind unsichtbar, geruchlos und geschmacksneutral. Du kannst eine Belastung des Trinkwassers also nicht mit eigenen Sinnen wahrnehmen. Verdächtig sein können jedoch folgende Zeichen:
- Warmwassertemperatur am Zapfhahn unter 50 °C
- Ältere Warmwasseranlagen ohne regelmäßige Wartung
- Leitungen, die selten genutzt werden (z. B. Ferienwohnungen)
- Erkrankungen mehrerer Bewohner mit grippeähnlichen Symptomen oder Lungenentzündung
In diesen Fällen ist eine Wasseranalyse durch ein akkreditiertes Labor sinnvoll. Nur ein Labortest kann Legionellen sicher nachweisen.
Wie werden Legionellen im Trinkwasser bekämpft?
Für die Desinfektion von Trinkwassersystemen gibt es mehrere bewährte Methoden:
Thermische Desinfektion
Das Warmwassersystem wird auf mindestens 70 °C erhitzt und für mehrere Stunden auf dieser Temperatur gehalten. Legionellen sterben bei dieser Temperatur innerhalb von Sekunden ab. Diese Methode ist effektiv, aber energieintensiv und bei großen Anlagen aufwendig.
Chemische Desinfektion
Chlordioxid oder Wasserstoffperoxid werden dem Trinkwasser beigemengt. Auch hier ist eine professionelle Durchführung erforderlich, da falsche Dosierungen die Rohrleitungen schädigen können.
UV-Desinfektion
Die UV-Desinfektion gilt als eine der sichersten und umweltfreundlichsten Methoden. UV-Strahlung zerstört die DNA der Legionellen, ohne chemische Rückstände zu hinterlassen. Besonders geeignet ist sie als Dauerschutz am Eintritt des Trinkwassers ins Gebäude oder nach dem Warmwasserbereiter. Professionelle Anlagen wie die UV-Desinfektionsanlagen von Alfiltra bieten zuverlässigen Schutz für Wohngebäude und gewerbliche Liegenschaften.
Trinkwasserschutz beginnt bei der Planung
Wer neu baut oder saniert, sollte von Anfang an auf eine legionellensichere Hausinstallation setzen:
- Warmwasserleitungen so kurz wie möglich halten
- Totleitungen von vornherein vermeiden
- Warmwasserspeicher regelmäßig auf 60 °C erhitzen
- Zirkulation der Warmwasserleitungen einplanen
- UV-Desinfektionsanlage als zusätzliche Schutzmaßnahme einbauen
Fazit
Legionellen im Trinkwasser sind ein ernstes Thema – besonders in größeren Gebäuden mit zentraler Warmwasserversorgung. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind regelmäßige Wartung, korrekte Temperaturen und bei Bedarf eine professionelle Desinfektion. Bei Verdacht: sofort testen lassen und Fachbetrieb einschalten.
