Krankheitsbild Legionellose: Verlauf und Behandlung
Die Legionellose ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die durch Legionellen-Bakterien ausgelöst wird. Sie tritt in zwei Formen auf – als schwere Lungenentzündung (Legionärskrankheit) oder als milde Grippe (Pontiac-Fieber).
Legionärskrankheit: Verlauf
Nach einer Inkubationszeit von 2–10 Tagen beginnt die Erkrankung meist abrupt mit hohem Fieber. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine Lungenentzündung, die intensivmedizinische Behandlung erfordern kann. Typischer Verlauf:
- Tag 1–3: Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein
- Tag 3–5: Husten, Atemnot, Brustschmerzen, mögliche Verwirrtheit
- Ab Tag 5: Ohne Behandlung Verschlechterung bis Intensivpflicht
- Mit Behandlung: Besserung nach 3–7 Tagen, vollständige Erholung nach 2–6 Wochen
Sterblichkeit
Unbehandelt: 10–15 % Sterblichkeit, bei Immungeschwächten bis 50 %. Mit adäquater Antibiotikatherapie: unter 5 % bei rechtzeitiger Behandlung.
Diagnose
Goldstandard ist der Legionellen-Antigentest im Urin – schnell (Ergebnis in wenigen Stunden), sensitiv für den häufigsten Serotyp (L. pneumophila Serogruppe 1). Zusätzlich: Kultur aus Atemwegssekret, PCR.
Behandlung
Antibiotika der Wahl sind Fluorchinolone (z.B. Levofloxacin) oder Makrolide (z.B. Azithromycin). Die Behandlung dauert 7–14 Tage, bei schweren Verläufen länger. Hospitalisierung oft notwendig.
Prophylaxe: Besser vorbeugen
Die effektivste Maßnahme gegen Legionellose ist die Verhinderung von Legionellenwachstum im Trinkwassersystem – durch konsequente Warmwasserhygiene und UV-Desinfektion.
