Legionellen Probenahme: Ablauf, Pflichten und Kosten

Legionellen Probenahme: Ablauf, Pflichten und Kosten

Eine korrekt durchgeführte Probenahme ist die Grundlage jeder Legionellenuntersuchung. Fehler bei der Entnahme können das Ergebnis verfälschen – deshalb sind Ort, Zeitpunkt und Methode genau vorgeschrieben.

Wer darf Proben nehmen?

Die Probenahme für amtlich anerkannte Untersuchungen muss durch ein nach TrinkwV akkreditiertes Labor oder einen zertifizierten Probennehmer erfolgen. Eigenproben haben keine rechtliche Relevanz für Behörden.

Wo werden Proben entnommen?

Laut DVGW-Arbeitsblatt W 551 werden Proben an repräsentativen Entnahmestellen entnommen:

  • Entnahmestellen am Ende von Zirkulationsleitungen
  • Fernste Entnahmestelle vom Warmwassererzeuger
  • Duschköpfe in Risikobereichen (z.B. Immungeschwächte, Intensivstationen)
  • Kaltwasserproben zur Orientierung (Kaltwasser sollte unter 20 °C liegen)

Wie läuft die Probenahme ab?

  1. Entnahmestelle wird ohne vorheriges Spülen beprobt (Stagnationsprobe)
  2. 500 ml Wasser werden in steriles Probengefäß mit Natriumthiosulfat gefüllt
  3. Probe wird innerhalb von 24 Stunden ins Labor transportiert (gekühlt, 4–10 °C)
  4. Laboranalyse dauert 7–14 Tage (Kultivierungsverfahren)

Was kosten Probenahme und Analyse?

Die Kosten variieren je nach Anzahl der Proben und Labor:

  • Probenahme durch akkreditierten Probennehmer: ca. 50–100 € pro Entnahmestelle
  • Laboranalyse pro Probe: ca. 30–80 €
  • Für ein typisches Mehrfamilienhaus mit 3–5 Proben: ca. 300–600 € gesamt

Ergebnis und nächste Schritte

Bei unauffälligem Befund: Nächste Pflichtuntersuchung in 3 Jahren. Bei Überschreitung des Maßnahmenwerts: Sofortige Meldung ans Gesundheitsamt und Einleitung von Sanierungsmaßnahmen. Für dauerhaften Schutz: UV-Desinfektion von Alfiltra als Prophylaxe einbauen.

Weiterführende Quellen

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