Thermische Desinfektion: Legionellen durch Hitze bekämpfen
Die thermische Desinfektion ist eine bewährte Sofortmaßnahme gegen Legionellen in Warmwassersystemen. Sie nutzt die Hitzeempfindlichkeit der Bakterien – ab 60 °C sterben Legionellen ab, ab 70 °C innerhalb von Sekunden.
Wie funktioniert thermische Desinfektion?
Beim Verfahren der thermischen Desinfektion wird das gesamte Warmwassersystem auf mindestens 70 °C erhitzt. Anschließend wird jede Entnahmestelle (Duschen, Waschbecken, Küche) mindestens 3 Minuten lang mit heißem Wasser gespült – so lange, bis das Thermometer an der Entnahmestelle ebenfalls 70 °C anzeigt.
Zwei Betriebsweisen
1. Dauerbetrieb über 60 °C (Legionellenschaltung)
Der Warmwasserspeicher wird dauerhaft auf über 60 °C eingestellt. Das verhindert Legionellenwachstum zuverlässig – erhöht aber den Energieverbrauch und erfordert Mischventile an Entnahmestellen (Verbrühungsschutz).
2. Intermittierendes Aufheizen
Der Boiler wird periodisch (z.B. täglich zu einer festen Uhrzeit) auf über 70 °C aufgeheizt und danach wieder auf Normaltemperatur abgekühlt. Energiesparender, aber weniger sicher, da Legionellen in Abkühlphasen kurz überleben können.
Wann ist thermische Desinfektion sinnvoll?
- Als Sofortmaßnahme bei nachgewiesenem Legionellenbefall
- Als regelmäßige Präventivmaßnahme in größeren Anlagen
- Als Ergänzung zu anderen Desinfektionsmethoden
Nachteile und Grenzen
- Verbrühungsgefahr: Mischventile und Vorsicht sind zwingend
- Hoher Energieverbrauch: Besonders bei Dauerbetrieb über 60 °C
- Kein Schutz gegen Biofilm: Legionellen im Biofilm sind teilweise hitzeresistenter
- Keine Dauerdesinfektion: Nach dem Abkühlen kann Rekolonisierung auftreten
Für dauerhaften Schutz ohne diese Nachteile empfiehlt sich eine UV-Desinfektionsanlage – sie desinfiziert kontinuierlich bei normalen Wassertemperaturen.