Chemische Desinfektion gegen Legionellen: Methoden und Risiken
Die chemische Desinfektion ist eine wirksame, aber eingriffsintensive Maßnahme gegen Legionellen. Sie wird eingesetzt, wenn thermische oder UV-Verfahren allein nicht ausreichen – zum Beispiel bei starkem Biofilm-Befall oder großen, verzweigten Rohrsystemen.
Wirkstoffe bei der chemischen Desinfektion
- Chlordioxid (ClO₂): Hochwirksam gegen Legionellen und Biofilm, auch bei niedrigem pH-Wert. Muss vor Ort erzeugt werden, da gasförmig und nicht lagerbar.
- Natriumhypochlorit (Chlorbleiche): Günstig und weit verbreitet, verliert aber schnell an Wirksamkeit und bildet Desinfektionsnebenprodukte (Trihalomethane).
- Wasserstoffperoxid (H₂O₂): Oxidiert Keime, zerfällt rückstandslos zu Wasser und Sauerstoff – umweltfreundlicher als Chlor.
- Silberionen-Verfahren: Hemmt Keimwachstum, nicht für akuten Befall geeignet.
Ablauf einer chemischen Desinfektion
- Absperren und Vorbereitung des Leitungssystems
- Einleitung des Desinfektionsmittels in das System
- Einwirkzeit je nach Mittel (30 Minuten bis mehrere Stunden)
- Gründliche Spülung aller Leitungen
- Kontrollmessung vor Wiederinbetriebnahme
Wichtig: Chemische Desinfektion muss von Fachkundigen durchgeführt werden. Unzureichende Nachspülung kann Rückstände im Trinkwasser hinterlassen.
Nachteile der chemischen Desinfektion
- Hoher Planungs- und Durchführungsaufwand
- Betriebsunterbrechung während der Maßnahme
- Mögliche Korrosion bei älteren Rohrsystemen
- Keine Dauerlösung – Rekolonisierung möglich
- Entsorgung chemisch belasteten Spülwassers
Alternative: UV-Desinfektion als Dauerlösung
Für die kontinuierliche Vorbeugung ohne Chemikalieneinsatz ist die UV-Desinfektion die überlegene Methode. Sie wirkt rund um die Uhr, hinterlässt keine Rückstände und ist deutlich einfacher zu betreiben. Mehr dazu bei Alfiltra UV-Desinfektionsanlagen.
