Chemische Desinfektion gegen Legionellen: Methoden und Risiken

Chemische Desinfektion gegen Legionellen: Methoden und Risiken

Die chemische Desinfektion ist eine wirksame, aber eingriffsintensive Maßnahme gegen Legionellen. Sie wird eingesetzt, wenn thermische oder UV-Verfahren allein nicht ausreichen – zum Beispiel bei starkem Biofilm-Befall oder großen, verzweigten Rohrsystemen.

Wirkstoffe bei der chemischen Desinfektion

  • Chlordioxid (ClO₂): Hochwirksam gegen Legionellen und Biofilm, auch bei niedrigem pH-Wert. Muss vor Ort erzeugt werden, da gasförmig und nicht lagerbar.
  • Natriumhypochlorit (Chlorbleiche): Günstig und weit verbreitet, verliert aber schnell an Wirksamkeit und bildet Desinfektionsnebenprodukte (Trihalomethane).
  • Wasserstoffperoxid (H₂O₂): Oxidiert Keime, zerfällt rückstandslos zu Wasser und Sauerstoff – umweltfreundlicher als Chlor.
  • Silberionen-Verfahren: Hemmt Keimwachstum, nicht für akuten Befall geeignet.

Ablauf einer chemischen Desinfektion

  1. Absperren und Vorbereitung des Leitungssystems
  2. Einleitung des Desinfektionsmittels in das System
  3. Einwirkzeit je nach Mittel (30 Minuten bis mehrere Stunden)
  4. Gründliche Spülung aller Leitungen
  5. Kontrollmessung vor Wiederinbetriebnahme

Wichtig: Chemische Desinfektion muss von Fachkundigen durchgeführt werden. Unzureichende Nachspülung kann Rückstände im Trinkwasser hinterlassen.

Nachteile der chemischen Desinfektion

  • Hoher Planungs- und Durchführungsaufwand
  • Betriebsunterbrechung während der Maßnahme
  • Mögliche Korrosion bei älteren Rohrsystemen
  • Keine Dauerlösung – Rekolonisierung möglich
  • Entsorgung chemisch belasteten Spülwassers

Alternative: UV-Desinfektion als Dauerlösung

Für die kontinuierliche Vorbeugung ohne Chemikalieneinsatz ist die UV-Desinfektion die überlegene Methode. Sie wirkt rund um die Uhr, hinterlässt keine Rückstände und ist deutlich einfacher zu betreiben. Mehr dazu bei Alfiltra UV-Desinfektionsanlagen.

Weiterführende Quellen

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